
Smaragd aus dem Habachtal
Mineral- und Gesteinsbildung (Genese)
Drei Zyklen: magmatischer Zyklus, sedimentärer Zyklus, metamorpher Zyklus
I. Magmatischer Zyklus: die Mineralien kristallisieren sich aus dem Magma im Erdinneren aus.
1. Frühmagmatische Phase: Frühkristallisation
Aus dem glutflüssigen Magma scheiden sich sehr basische Gesteine aus.
Z.B. Chromit, Magnetkies, Titanomagnetit; keine Edelsteine
2. Liquidmagmatische Phase: Hauptkristallisation; ca. 1500 - 600°C
Aus dem glutflüssigen Magma scheiden sich kleine basische bis saure Kristalle aus.
Quarzarme = basische Mineralien: z.B. Biotit, Hornblende, Augit, Olivin
Quarzreiche = saure Mineralien: z.B. Feldspat, Quarz, Glimmer
Edelsteine: Apatit, Diamant, Korund, Peridot, Spinell, Zirkon
3. Pegmatitische Phase: Restkristallisation; ca. 700 - 400°C
In Restschmelzen kristallisieren sich bei niedrigeren Temperaturen und erhöhtem Druck sehr saure, kieselsäurereiche Gesteine aus.
Z.B. Apatit, Beryll, Brasilianit, Feldspat, Quarz, Spodumen, Topas, Turmalin, Zirkon
4. Pneumatolytische Phase: ca. 500 - 300°C
Bei weiterer Temperatursenkung und Erhöhung des Drucks bilden sich pneumatolytische Lagerstätten.
Z.B. Topas, Euklas, Scheelit
5. Hydrothermale Phase: ca. 400 - 50 °C
In Gängen und Hohlräumen bilden sich in Minerallösungen in heißem, flüssigen Zustand aus.
Z.B. Achat, Amethyst, Baryt, Beryll, Calcit, Fluorit, Quarz, Smaragd,
II. Sedimentärer Zyklus: Um- und Neubildungen von Mineralien an der Erdoberfläche, Gewässern oder im Meer durch Verwitterung, Transport und Ablagerung.
Z.B. Azurit, Chrysopras, Chrysokoll, Falkenauge, Malachit, Opal, Pyrit, Rhodochrosit, Sandstein, Tigerauge, Türkis, versteinertes Holz
III. Metamorpher Zyklus: Durch Druck- und Temperaturveränderungen werden Mineralien instabil. Die Atome und Ionen streben eine neue Struktur an und bilden dadurch neue Mineralien.
Z.B. Alexandrit, Andalusit, Chrysoberyll, Granat, Glimmerschiefer, Gneis, Jaspis, Rubin, Smaragd, Spinell
Kristallchemische Klassifikation der Mineralien
I. Elemente: bestehen nur aus einem Element; z.B. Antimon, Arsen, Blei, Diamant, Eisen, Gold, Graphit, Kupfer, Platin, Quecksilber, Schwefel, Selen, Silber, Tellur, Wismut
II. Sulfide: Verbindungen Elementen (v.a Metallen) mit Schwefel.
z.B. Antimonit, Argentit, Arsenopyrit (Arsenkies), Auripigment, Bismuthinit, Bleiglanz, Bornit (Buntkupferkies), Bournonit, Chalkopyrit (Kupferkies), Chalkosin (Kupferglanz), Cobaltin (Kobaltglanz), Covellin (Kupferindig), Dyskrasit, Galenit (Bleiglanz), Hauerit, Markasit, Molybdänit, Proustit, Pyrargyrit, Pyrit, Pyrrhotin (Magnetkies), Rammelsbergit, Realgar, Sphalerit (Zinkblende), Stannin, Stephanit, Sylvanit, Tetraedrit, Ullmannit, Wurtzit (Strahlenblende), Zinnober
III. Halogenide: Verbindungen von Metallen mit den Halogenen Fluor, Chlor, Brom und Jod.
z.B. Carnallit, Chlorargyrit, Fluorit (Flußspat), Halit (Steinsalz), Kryolith, Villiaumit
IV. Oxide: Verbindungen von Elementen mit Sauerstoff.
z.B. Alexandrit, Amethyst, Anatas, Aventurin, Brookit, Chalcedon, Chromit, Chrysoberyll, Citrin, Cristobalit, Cuprit, Gahnit, Hämatit, Ilmenit, Kassiterit, Korund, Limonit, Magnetit, Opal, Quarz, Perowskit, Psilomelan, Pyrolusit, Rauchquarz, Rutil, Spinell, Tenorit, Tigereisen, Tridymit, Wolframit, Zinkit
Hydroxide: Verbindungen von Elementen mit der Hydroxylgruppe.
z.B. Böhmit, Brucit, Diaspor, Goethit, Manganit
V. Nitrate: Natronsalpeter, Kalisalpeter
Karbonate: Verbindungen von Elementen mit Kohlensäure.
z.B. Ankerit (Braunspat), Aragonit, Azurit, Calcit (Kalkspat), Cerussit (Weißbleierz), Dolomit, Hydrozinkit, Magnesit, Malachit, Manganspat, Rhodochrosit (Manganspat), Siderit, Smithonit, Soda, Strontianit, Witherit, Zinkspat
Borate: z.B. Boracit, Borax, Colemanit, Hambergit, Kernit, Ludwigit, Rhodizit, Ulexit
VI. Sulfate: Verbindungen von Elementen mit Schwefelsäure; z.B. Anglesit, Anhydrit, Baryt (Schwerspat), Botryogen, Coelestin, Cyanotrichit, Devillin, Gips, Kainit, Thenardit
Chromate: Krokoit
Molybdate: Powellit, Wulfenit
Wolframate: Scheelit, Stolzit, Wolframit
VII. Phosphate: Verbindungen von Elementetn mit Phosphorsäure.
z.B. Apatit, Beryllonit, Brasilianit, Lazulith (Blauspat), Monazit, Pyromorphit, Strengit, Türkis, Variscit, Vivianit
Arsenate: Verbindungen mit Arsen.
z.B. Adamin, Coeruleit, Schlossmacherit, Skorodit
Vanadate: Verbindungen mit Vandium
z.B. Carnotit, Vanadinit
VIII. Silikate: Verbindungen von Elementen mit Silicium und Sauerstoff.
z.B. Ägirin, Aktinolith, Albit, Analcim, Andalusit, Anorthit (Kalkfeldspat), Apophyllit, Augit, Beryll, Biotit, Bronzit, Charoit, Chloritoid, Chrysokoll, Cordierit, Danburit, Diopsid, Dioptas, Disthen, Dumortierit, Enstatit, Epidot, Eudialith, Euklas, Fassait, Feldspat, Forsterit, Gadolinit, Glaukophan, Granat, Hauyn, Hedenbergit, Heulandit, Hornblende, Hyalophan, Jadeit, Lapislazuli, Lasurit, Lepidolith, Leucit, Meerschaum, Mikroklin, Milarit, Muskovit, Natrolith, Nephelin, Nephrit, Olivin, Orthoklas, Pennin, Peridot, Petalit, Phenakit, Phlogopit, Pollucit, Prehnit, Pyrophyllit, Rhodonit, Riebeckit, Sanidin, Serpentin, Sillimanit, Skapolith, Skolezit, Sodalith, Spodumen, Staurolith, Stilbit, Sugilit, Talk, Titanit, Topas, Tremolit, Tugtupit, Turmalin, Vesuvian, Willemit, Wollastonit, Zirkon, Zoisit
IX. Organische Substanzen: z.B. Bernstein, Gagat (Pechkohle), Mellit, Versteinertes Holz, Whewellit
X. Natürliche Gläser: Obsidian, Moldavit
Kristallformen
Trikline Kristallform: alle Winkel ungleich 90°; alle Achsen sind verschieden lang; geringste Symmetrie; wörtl.: zu drei Ebenen hin geneigt.
Z.B. Anorthoklas, Kaolinit, Kyanit (Disthen), Mikroklin, Plagioklas, Spat, Türkis.
Monokline Kristallform: eine Neigung, zwei rechte Winkel und einen schiefen; die Achsen sind alle unterschiedlich lang; wörtl.: zu einer Ebene hin geneigt.
Z.B. Azurit, Borax, Gips, Glimmer, Malachit, Orthoklas, Skolezit, Soda
Orthorhombische Kristallform: rechtwinkliges Kristallform mit drei 90°-Winkeln;
Achsen sind alle verschieden lang.
Z.B. Andalusit, Anhydrit, Aragonit, Hemimorphit (Kieselzinkerz), Olivin, Schwefel
Hexagonale Kristallform: drei gleichlange Achsen bilden eine sechseckige Grundfläche und Deckfläche.
Z.B. Apatit, Beryll, Cobalt, Magnesium, Titan, Zirconium, Zink
Tetragonale Kristallform: Achsen stehen rechtwinklig zueinander; mit zwei gleich langen Achsen und einer verschieden langen; Würfel, der in eine Richtung gestreckt oder gestaucht wurde.
Z.B. Anatas, Chalkopyrit, Rutil, Scheelit, Vesuvian, Wulfenit, Zinn, Zirkon
Trigonale Kristallform: vierachsiges Achsenkreuz; gestauchter Würfel
Z.B. Antimon, Arsen, Calcit, Dioptas, Dolomit, Hämatit, Ilmenit, Korund, Quarz, Selen, Tellur, Turmalingruppe
Kubische Kristallform: höchste Symmetrie aller Kristallformen; rechtwinklig, mit gleich langen Achsen; Würfel
Z.B. Diamant, Fluorit, Granat, Halit (Steinsalz), Galenit (Bleiglanz), Pyrit, Spinell
Mohs-Härte
Die für Mineralien übliche Bezeichnung "Mohs-Härte" geht auf den Wiener Mineralogen Friedrich Mohs zurück. Er entwickelte 1812 eine Härteskala, nach der man heute noch Mineralien nach 10 Graden einteilt.
1 Talk: mit Fingernagel schabbar
2 Gips oder Halit: mit Fingernagel ritzbar
3 Calcit (Kalkspat): mit Kupfermünze ritzbar
4 Fluorit (Flussspat): mit Messer gut ritzbar
5 Apatit oder Mangan: mit Messer noch ritzbar
6 Orthoklas (Feldspat): mit Stahlfeile ritzbar
7 Quarz: ritzt Fensterglas
8 Topas
9 Korund
10 Diamant: härtestes natürlich vorkommendes Mineral; nur von sich selbst ritzbar
Steine, die die Gesundheit schädigen können
Schwermetallhaltige Mineralien
Gerade Steine, die durch kräftige bunte Farben erfreuen, sind oft schwermetallhaltig.
Für alle diese Mineralien gilt:
Nicht verschlucken!
Keinen Schleifstaub einatmen: bei der Verarbeitung Handschuhe, Staubmaske und Schutzbrille tragen !
Lebensmittel fernhalten!
Nach dem Anfassen gut die Hände waschen oder Schutzhandschuhe tragen!
Nicht mit Säuren und Laugen in Kontakt bringen, da sich hierbei giftige Dämpfe, Gase oder Salze bilden können!
Vor kleinen Kindern sicher verwahren!
Edelstein-Wasser nur damit ansetzen, wenn der Stein in einem Glasröhrchen eingeschlossen ist und nicht in Kontakt mit dem Wasser kommt!
Anglesit: giftig durch Blei; Blei lagert sich in Knochen und Gewebe ab; macht unfruchtbar; fruchtschädigend; giftig für im Wasser lebende Tiere und Pflanzen
Antimon: hochgiftiges Element
Antimonit (Antimonglanz, Stibnit): giftig durch Antimon, hautreizend, krebserregend
Arsen: hochgiftiges Element
Arsenolith, Arsenblüte, Arsenik, Arsentrioxid, Arsenolamprit: giftig durch Arsen, krebserregend, verätzt Haut und Schleimhäut; giftig für im Wasser lebende Tiere und Pflanzen
Auripigment (Rauschgelb): giftig durch Arsen
Azurit: giftig durch Kupfer; giftig für im Wasser lebende Tiere und Pflanzen
Azurit-Malachit: giftig durch Kupfer; giftig für im Wasser lebende Tiere und Pflanzen
Blei: hochgiftiges Element
Bromellit: gefährliches Kontaktgift
Bunsenit: giftig durch Nickel, krebserregend beim Einatmen von Staub
Cadmium: hochgiftiges Element
Cerussit (Weißbleierz): giftig durch Blei; Blei lagert sich in Knochen und Gewebe ab; macht unfruchtbar; fruchtschädigend; giftig für im Wasser lebende Tiere und Pflanzen
Chalkanthit (Kupfervitriol): giftig durch Kupfer; krebserregend, gesundheitsschädigend; Brechmittel
Cinnabarit (Zinnober): giftig durch Quecksilber; kann über die Haut aufgenommen werden, deshalb Hautkontakt vermeiden; giftig für im Wasser lebende Tiere und Pflanzen
Cuprit: giftig durch Kupfer
Erythrin: giftig durch Arsen
Fiedlerit: giftig durch Blei
Galenit (Bleiglanz): giftig durch Blei, fruchtschädigend
Gaspeit: gesundheitsschädlich durch Nickel; krebserregend; kann Nickel-Allergien verursachen; giftig für im Wasser lebende Tiere und Pflanzen
Greenockit: giftig durch Cadmium
Jamesonit (Federerz): giftig durch Blei und Antimon
Kalomel: giftig durch Quecksilber
Krokoit: giftig durch Blei; Blei lagert sich in Knochen und Gewebe ab; macht unfruchtbar; fruchtschädigend; krebserregend; kann Chrom-Allergien verursachen; giftig für im Wasser lebende Tiere und Pflanzen
Lopezit: kein Haut-Kontakt! Gefahr der Chrom-Allergie; krebserregend, schädigt die Augen, verursacht vererbbare Schäden; giftig für im Wasser lebende Tiere und Pflanzen; brandfördernd
Malachit: giftig durch Kupfer; auch der Schleifstaub und -wasser sind giftig (Vorsicht bei der Verarbeitung!); giftig für im Wasser lebende Tiere und Pflanzen
Millerit (Gelbnickelkies, Haarkies): giftig durch Nickel
Minium: giftig durch Blei
Nickelin (Rotnickelkies): giftig durch Nickel und Arsen
Proustit: giftig durch Arsen
Pyrolusit: Übelkeit erzeugend
Rauenthalit: giftig durch Arsen
Quecksilber: hochgiftiges Element, flüssiges Schwermetall, verdampft schon bei normalen Temperaturen, eingeatmete Dämpfe sind hochgiftig
Realgar (Rauschrot): giftig durch Arsen; krebserregend; nicht einatmen oder verschlucken; Arsen tritt schon bei leichter Wärmeeinstrahlung aus dem Stein aus.
Skutterudit (Speiskobalt): schwermetallhaltig, gesundheitsschädigend
Sphalerit: nicht mit Säure in Kontakt bringen, weil sich sonst Giftgas bildet
Spherocobaltit: krebserregend
Vanadinit: giftig durch Blei, krebserregend
Wolframit: gesundheitsschädigend
Zinnober: hochgiftig durch Quecksilber, nicht verschlucken oder berühren
Radioaktive Mineralien
Radioaktive Mineralien senden Alpha-, Beta- oder Gammastrahlen aus. Sie entwickeln mit der Zeit Radon-Gas, das gesundheitsschädlich ist.
Kein Hautkontakt!
Nur in luftdicht verschlossenen Verpackungen aufbewahren! Größere Stücke mit Blei abschirmen!
Nicht in Schlaf- oder Eßzimmer aufbewahren!
Nur in gut belüfteten Räumen aufbewahren, in denen man sich nicht oft aufhält (z.B. Keller)!
In Anwesenheit radioaktiver Mineralien nicht essen, trinken oder rauchen!
Sicher vor Kindern aufbewahren!
Radioaktive Mineralien sind z.B.:
Autunit, Brannerit, Euxenit, Gadolinit, Pechblende, Samarksit, Thorit, Thorianit, Torbernit, Uraninit, Uranophan, Uranocircit, Zirkon
Glossar
Achatdruse: in manchen Achaten auftretender Hohlraum mit Makrokristallen.
Achatmandel: Hohlraum in Vulkangestein, der mit Achat ausgefüllt ist.
Adularisieren: weißlicher Lichtschimmer auf Mondstein; durch Interferenzerscheinungen in der Lamellenstruktur des Steins hervorgerufen.
Aggregat: miteinander verwachsene Kristalle.
Allochromatisch: Fremdfärbung; das farbgebende Spurenelement ist nicht in der chemischen Formel des Steins enthalten.
Amorph: keine Kristallstruktur aufweisend
Asterismus: Sternbildung durch Streuung des Lichts an sternförmigen Rutil-Einlagerungen; z.B. Stern-Rubin, Stern-Saphir, auch bei Beryll, Granat, Quarz, Spinell u.a.
Gibt es je nach Steinsorte mit vier, sechs oder selten auch zwölf Strahlen. Der Stein muß im Cabochonschliff bearbeitet sein, damit der Effekt zutage tritt. Darauf achten, daß der Stern genau in der Mitte liegt!
Aventurisieren: farbiges Flimmern durch Glimmereinlagerungen im Stein; z.B. grüner Aventurin hat Farbe durch Chromglimmer (Fuchsit), Aventurin-Feldspat hat orange Farbe durch Hämatitplättchen.
Brennen: macht einen Stein immer heller. Beim Brennen von Amethyst werden Spurenelemente verändert; dadurch entsteht Citrin. Hämatit wird gebrannt, damit er einen höheren Glanz bekommt.
Cabochon: rundlicher, nach oben gewölbter Glattschliff.
Changieren: Farbwechsel durch Chrom hervorgerufen; der Stein erscheint bei unterschiedlichen Lichtquellen in verschiedenen Farben. Bekanntester Stein hierfür ist der Alexandrit.
Tageslicht: grün, blaugrün, blau
Kunstlicht: rot, violett
Chatoyance: "Katzenaugeneffekt"; Streuung des Lichts an parallelen Einlagerungen im Stein; z.B. Chrysoberyll-Katzenauge, Quarz-Katzenauge, Tigerauge, Falkenauge.
Dendriten: griechisch = "baumartig"; durch Kristallisation von Lösungen entstandene Einlagerungen, die baumartige Muster ergeben.
Dendritenachat: Achat mit Dendriten, meist aus Eisenoxid oder Manganoxid.
Diffusionsbehandlung: blasser Korund wird mit Eisenoxid zusammen gebrannt. Dabei diffundiert das Eisenoxid in die Oberfläche des Korunds hinein. Dadurch bekommt dieser eine kräftigere Farbe.
Donut: ringförmiger abgeflachter Anhänger, der von seiner Form her an das gleichnamige Gebäck erinnert.
Druse: Hohlraum, dessen Wände von Kristallen überzogen ist und in der Mitte frei ist.
Edelstein: auf natürliche Weise entstandene Minerale, Nicht-Minerale und organische Substanzen. Besitzen Wert auf Grund ihrer Seltenheit, Härte, hohen Lichtbrechung und Farbe und werden zu Schmuck verarbeitet.
Farbedelstein: Bezeichnung für alle Edelsteine außer Diamant.
Farbzentren: die Farbe sitzt nur an manchen Stellen im Stein und ist nicht gleichmäßig verteilt.
Gemmologie: Wissenschaft, die sich mit den Edelsteinen befaßt (Entstehung, Vorkommen, Eigenschaften, Bestimmung).
Geode: Hohlraum in Vulkangestein, in dem sich Kristalle gebildet haben.
Gestein: Mineralvergesellschaftung von einzelnen gegeneinander abgegrenzten Mineralien; z.B. Granit = Feldspat, Quarz, Glimmer
Monomineralisches Gestein: besteht aus Mineralien der gleichen Art.
Polymineralisches Gestein: besteht aus unterschiedlichen Mineralienarten.
Gravur: aus Stein herausgearbeitete Figur; beliebt sind v.a. Tiergravuren
Habitus: bezeichnet, wie Kristalle ausgebildet sind, z.B. faserig, traubig, nadelig, blättrig, körnig.
Härten: Steine werden durch Einlegen in Harz gehärtet; wird z.B. beim Türkis gemacht.
Hydrothermale Lösung: Wasseransammlung in Gesteinsschichten mit einer Temperatur von ca. 100°C bis 370°C.
Imitation: Nachahmung eines Stein, die dem Vorbild in der äußeren Erscheinung entspricht, ohne dessen chemische und/oder physikalische Eigenschaften zu besitzen.
Irisieren: das Licht bricht sich an Rissen und Sprüngen im Stein zu Regenbogenfarben. Kann bei jedem Stein vorkommen.
Isomorphe Reihe: die Form der Steine ist gleichgestaltig, die chemische Zusammensetzung verschieden.
Karbonatgestein: Sammelbegriff für alle durch Karbonat gebildeten Mineralien; z.B. Calcit, Aragonit, Dolomit, Magnesit, Siderit, Rhodochrosit, Witherit
Kluft: Hohlraum im Gestein, der durch Spannungen entstanden ist.
Kristall: Mineral mit sichtbaren Kristallflächen.
Kryptokristallin: die Kristalle sind so klein, daß sie nur mit dem Rasterelektronen-Mikroskop erkennbar sind; z.B. Achat, Chalcedon.
Künstliches Produkt: künstlich hergestellte Mineralien, die kein natürliches Vorbild besitzen; z.B. Zirkonia, Fabulit, Yag.
Labradorisieren: buntes Farbenspiel, v.a. bei Labradorit und Spektrolith; durch Interferenzerscheinungen an Zwillingslamellen im Stein hervorgerufen.
Magma: geschmolzenes Gestein im Erdinnern.
Makrokristallin: die Kristalle sind mit bloßem Auge erkennbar; z.B. Bergkristall, Amethyst, Citrin, Rauchquarz.
Mandel: Hohlraum, der zur Gänze mit Achat gefüllt ist.
Matrix: Muttergestein.
Metamorphose: Umwandlung von Gestein durch Druck und Wärme
Mikrokristallin: die Kristalle sind so klein, daß sie nur mit dem Mikroskop erkennbar sind; z.B. Jaspis.
Mikrolith: kleinstes Mineralindividuum.
Mineral: natürlicher Bestandteil der festen Erdkruste mit einheitlicher chemisch-physikalischer Zusammensetzung.
Modifikation: gleiche chemische Zusammensetzung, aber anderes Kristallform; z.B. Graphit = hexagonal, Diamant = kubisch
Natürliche Imitation: ein natürlich vorkommender Stein wird auf Grund der Ähnlichkeit mit einem teuereren Stein als dieser verkauft, z.B. Spinell und Rhodolith werden als Rubin verkauft. Farbloser Zirkon dient als natürliche Imitation für Diamant.
Oktaeder: Körper mit acht Flächen.
Ölen: Steine werden geölt, um damit kleine Risse in der Oberfläche zu glätten.
Opalisieren: Beugung des Lichts an der kugeligen Struktur des Opals ruft buntes Farbenspiel hervor.
Opaleszenz: Streuung des Lichts an kleinen Partikeln bewirkt milchig-bläuliches Farbspiel; v.a. bei Opal und Mondstein.
Pegmatit: in der Phase der Restkristallisation entstandene grobkristalline Gesteine.
Pleochroismus: der Stein zeigt in verschiedene Richtungen verschiedene Farben.
Refraktometer: Gerät zu Messen der Totalreflektion.
Rekonstruktion: Schleifstaub wird mit Harz zusammengeklebt, z.B. "Echt Bernstein" oder "Hämatin"; der Handel muß solche Steine als "rekonstruiert" deklarieren
Rhomboeder: ein mehrseitiger, ausschließlich aus Rauten bestehender Körper.
Schmuckstein: andere Bezeichnung für Edelstein.
Sedimentgestein: durch Verwitterung und Erosion abgetragenes Gestein, das sich zu neuen Schichten ablagert.
Seideneffekt: schimmernder Glanz durch Streuung des Lichts an Rissen oder Einschlüssen; z.B. Rubin, Saphir
Sintern: Erhitzen von Stoffen bis zum Schmelzen, so dass sie zusammenbacken.
Spektroskop: zeigt das Farbspektrum und die Prismenfarben eines Steins.
Spurenelemente: verteilen sich im Gitter des Steins und geben Färbung
Stein: Sammelbegriff für Mineralien und Gesteine.
Strichfarbe: Farbe, die ein Mineral hinterläßt, wenn man mit ihm über eine unglasierte Porzellantafel streicht.
Stufe: Aggregat natürlicher, unbehandelter Mineralien.
Synthetische Steine: sind durch den Menschen hergestellt und stimmen in ihren chemischen und physikalischen Eigenschaften und in der Kristallstruktur weitgehend mit dem Vorbild überein. Sie wurden zuerst zur Metallverarbeitung hergestellt. Aluminium-Oxid-Birnen (= Korund) werden in der Industrie verwendet, z.B. für Laser.
Tracht: Ausbildung der Kristallflächen an einem Kristall.
Trommelstein: Rohstein, der in einer sich drehenden Trommel unter Zuhilfenahme von Schleifpulver bearbeitet worden ist.
Varietät: dasselbe Material tritt in unterschiedlichen Farben auf.
Zusammengesetzte Steine (Dubletten, Tripletten): Aus zwei oder mehreren Teilen durch Kleben, Schmelzen oder Sintern zusammengefügte Steine. Die einzelnen Teile können Edelsteine, synthetische Steine oder Imitationen sein.
Literaturhinweise
Bauer, Jaroslav und Bouska, Vladimir: Edelsteinführer, Verlag Werner Dausien
Der große Naturführer Mineralien und Edelsteine, Neuer Kaiser Verlag
Führer durch das Deutsche Edelsteinmuseum, Herausgeber: Deutsches Edelsteinmuseum Idar-Oberstein
Hochleitner, Rupert: Mineralien, Bestimmen - Kennenlernen - Sammeln, GU Naturführer
Korbel, Petr und Novak, Milan: Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
Poirot, Jean-Paul: Mineralien, Alles Wissenswerte über Edelsteine und Kristalle, Parragon Books
Rothe, Peter: Gesteine, Entstehung - Zerstörung - Umbildung, Wissenschaftliche Buchgesellschaft
Schumann, Walter: Edelsteine und Schmucksteine, BLV Verlagsgesellschaft
Svenek, Jaroslav: Minerale, Verlag Werner Dausien