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Bergkristall mit Schörl

 

Rhodochrosit

 

Mohs-Härte: 3 1/2 - 4

Kristallform: trigonal

Mineralklasse: Carbonate

Strichfarbe: weiß

 

Bereits die Indianer Nord- und Südamerikas schätzten Rhodochrosit als Heilstein. Den Inkas galt er als heiliger Stein. In Europa ist er erst seit den Fünfziger Jahren bekannt.

 

Wie beim Rhodonit kommt auch hier der Name vom griechischen Wort “rhodos” = Rose. Er wird auch Manganspat, Himbeerspat oder Rose der Inka genannt.

Rhodochrosit ist durch Mangan hell- und dunkelrosa gebändert; dabei verläuft die Bänderung oft in kleinen Zackenmustern. Die schönsten Rhodochrosite haben ein kräftiges Himbeerrosa. Rhodochrosit tritt meist in derben Massen auf; sehr selten und deshalb teuer sind durchsichtige Exemplare.

Aus Rhodochrosit werden gerne Cabochons, Kugelketten und Ziergegenstände gefertigt.

Vorkommen sind in Argentinien, Peru, Russland und den USA (Colorado). Klar durchsichtiger Rhodochrosit wird in Südafrika gefunden.

Rhodochrosit kann mit Rhodonit verwechselt werden. Beide Mineralien treten oft miteinander vergesellschaftet auf.

Rhodochrosit verträgt keine Säuren, Laugen, Essig, Putzmittel, Schweiß und Ultraschallbäder; unter Wärme kann er zerspringen. Starke Lichteinstrahlung läßt ihn verblassen. Auf Grund seiner geringen Härte ist ohnehin vorsichtiger Umgang beim Rhodochrosit angezeigt.

 

Rhodonit

 

Mohs-Härte: 5 1/2 - 6 1/2

Kristallform: triklin

Mineralklasse: Silikate

Strichfarbe: weiß

 

Rhodonit erhielt seinen Namen nach dem griechischen Wort “rhodos” = Rose und weist auf seine rosenrote Farbe hin. Die Rotfärbung kommt von Mangan; oft ist er mit schwarzem Einlagerungen aus Manganoxid durchzogen. Meist ist Rhodochrosit undurchsichtig und tritt in körnigen Massen auf; selten kommen auch klar durchsichtige Stücke vor.

Aus Rhodonit werden wegen seines hübschen Äußeren gerne Cabochons und Ziergegenstände hergestellt. Die russischen Zaren ließen aus ihm Gravuren und Wandverkleidungen anfertigen.

Vorkommen sind im Ural, Schweden, Kanada, USA, Brasilien, Mexiko, Indien, Madagaskar, Tansania, Südafrika, Japan, Australien. Rhodonit tritt oft vergesellschaftet mit Rhodochrosit auf.

Rhodonit kann mit Rhodochrosit und Thulit verwechselt werden.

Rhodonit verträgt keine Säuren, Laugen, Essig, Putzmittel, Schweiß und Ultraschallbäder; unter Wärme kann er zerspringen.

 

Rosenquarz

 

Mohs-Härte: 7

Kristallform: trigonal

Mineralklasse: Oxide

Strichfarbe: weiß

 

Rosenquarz gilt seit der Antike als Stein der Liebe und Fruchtbarkeit, den Amor selbst auf die Erde brachte.

Rosenquarz kommt normalerweise in mikrokristalliner Form in derben Massen vor, ist durchscheinend und von der Farbe her blaßrosa bis dunkelrosa. Die rosa Farbe kommt von winzigsten eingelagerten Dumortierit-Fasern. Bei 430 - 500° C verblasst Rosenquarz.

In Brasilien (Minas Gerais) und in den USA (Maine) wird Rosenquarz in makrokristalliner Form gefunden; dieser wird als Rosaquarz bezeichnet. Er erhält seine Farbe durch Fehlstellen, die durch Aluminium und Phosphor verursacht wurden. Rosaquarz verliert bereits bei 70 - 100° C seine Farbe.

Rosenquarz ist ein sehr beliebter Stein und wird zu Cabochons, Kugelketten und Ziergegenständen verarbeitet. Transparente Rosenquarzstücke werden auch facettiert geschliffen. Begehrt sind Rosenquarze mit Sterneffekt (Asterismus), der zu Tage tritt, wenn der Stein in Cabochonform geschliffen wird.

Bei der Farbe wird schon mal durch künstliches Einfärben nachgebessert. Bei diesen Steinen sammelt sich rote Farbe in den Rissen.

Rosenquarz kommt in großen Mengen in Brasilien vor; die beste Qualität kommt aus Madagaskar. Weitere Vorkommen sind in Namibia (Rössing-Berge), Skandinavien, Russland (Ural), USA (South Dakota und Kalifornien).

Rosenquarz sollte man nicht längere Zeit der Sonne aussetzen, weil er sonst verblasst. Hitze kann Sprünge und Risse entstehen lassen. Ansonsten ist er ein eher unempfindlicher Stein.

 

Rubin

 

Mohs-Härte: 9

Kristallform: trigonal

Mineralklasse: Oxide

Strichfarbe: weiß

 

Seit dem Altertum gehört Rubin zu den wertvollsten und beliebtesten Edelsteinen.

Rubin ist die rote Varietät des Korunds und erhält seine rote Färbung durch Chrom. Er ist nach dem Diamanten das härteste Mineral. Sein Name kommt vom lateinische Wort „ruber“ für rot. Die beste Farbe für den Rubin ist das sog. Taubenblutrot, ein Rot mit einem Stich ins Bläuliche. Steine, die zu sehr ins Violette oder Braune tendieren, enthalten zu viel Eisen.

Oft wird Rubin durch Brennen in seiner Farbe verbessert. Dabei wird er zusammen mit Eisenoxid gebrannt, das in die Oberfläche des Rubins diffundiert und dem Stein eine kräftigere Farbe gibt. Spinell und Rhodolith werden als natürliche Imitationen des Rubin verkauft. Daneben gibt es Glasimitationen und Dubletten. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts werden synthetische Rubine hergestellt, die außer ihrer Verwendung in der Technik auch als Schmucksteine hergenommen werden.

Einschlüsse von Rutil im Rubin gelten als Echtheitsmerkmal und bewirken einen hellen Lichtglanz, der „Seide“ genannt wird. Dieser Glanz kommt dadurch zustande, daß Rutil eine höhere Lichtbrechung als Korund hat. Wird ein Rubin mit Rutileinschlüssen in Cabochonform geschliffen, zeigt sich der beliebte Sterneffekt (Asterismus) als sechsstrahliger Stern.

Hochwertige Rubine sind deutlich teuerer als vergleichbare farblose Diamanten. Hier wird Rubin nur von Farbdiamanten übertroffen. Rubine in geringerer Qualität werden auch zu Cabochons und Kugelketten verarbeitet. Aus Rubinen, die einen schönen Zoisit oder Fuchsit als Matrix haben, werden gerne Gravuren und Gemmen hergestellt. Auch für Trommelsteine ist diese Kombination beliebt.

Das Muttergestein des Rubins ist Marmor (in Pakistan), Gneis, Basalt und Zoisit-Amphibolit. Die schönsten Rubine kommen aus Myanmar; allerdings bezieht sich die Bezeichnung „Burma-Rubin“ auf die Qualität und nicht auf das Herkunftsland. Außerdem findet man Rubine in Thailand, Sri Lanka, Indien, Pakistan, Vietnam, Kenia, Tansania, Malawi, Madagaskar, Nepal, Pakistan, Afghanistan, Brasilien.

Wegen seiner Härte ist Rubin ein sehr robuster Stein. Seine Härte unterscheidet ihn auch von den ähnlich aussehenden Steinen, mit denen er verwechselt werden könnte.

 

Rutilquarz

 

Mohs-Härte: 7

Kristallform: trigonal

Mineralklasse: Oxide

Strichfarbe: weiß

 

Rutilquarz ist ein Bergkristall oder Rauchquarz, der gelblichbraune Rutilnadeln enthält. Rutil ist ein eigenständiges Mineral aus Titanoxid. Im Volksmund wird Rutilquarz “Engelshaar” genannt. Manchmal sind die Rutilnadeln im Quarz so angeordnet, daß sich ein sechsstrahliger Stern bildet. Diese Rutilsterne sind bei Sammlern sehr beliebt.

Rutilquarz wird in Brasilien, Madagaskar, den USA und auch in den Alpen gefunden. Er kann mit Turmalinquarz (schwarze Nadeln) oder Aktinolithquarz (grüne Nadeln) verwechselt werden.

An sich ist Rutilquarz ein relativ unempfindlicher Stein. Weist er aber Risse und Sprünge auf, so ist Vorsicht geboten. Diese können bei Hitze oder schnellem Temperaturwechsel zum Zerspringen des Steins führen.

 

Saphir

 

Mohs-Härte: 9

Kristallform: trigonal

Mineralklasse: Oxide

Strichfarbe: weiß

 

Saphir gehört wie Rubin zur Korundgruppe. Mit Saphir bezeichnet man alle Korunde, die nicht rot sind. Es gibt ihn in den Farben Blau, Grün, Gelb, Orange (Padparadscha), farblos (Leukosaphir) und auch in Schwarz. Rosa Saphir ist eigentlich ein blasser Rubin. Bei blauen Saphiren gilt kornblumenblau als die schönste Farbe. Auch beim Saphir gibt es wie beim Rubin den Sterneffekt (Asterismus).

 

Ähnlich wie beim Rubin, werden auch vom Saphir zahlreiche Fälschungen angefertigt. Es gibt ihn als Dublette, Glasimitation, synthetischen Stein etc. Auch Sternsaphire werden durch entsprechende Techniken nachgeahmt.

Saphire findet man in Myanmar, Thailand, Sri Lanka, Kambodscha, Indien (Kaschmir), Australien, Tansania, Kenia, Malawi, Nigeria, Brasilien (Mato Grosso).

Wegen seiner Härte ist Saphir ein sehr robuster Stein. Seine Härte unterscheidet ihn auch von den ähnlich aussehenden Steinen, mit denen er verwechselt werden könnte.

 

Sardonyx

 

Mohs-Härte: 7

Kristallform: trigonal

Mineralklasse: Oxide

Strichfarbe: weiß

 

Sardonyx ist als Chalcedon-Varietät ein kryptokristallines Quarzaggregat und tritt meist mit weiß-schwarz-rotbrauner Bänderung auf. Die Übergänge zum Carneol-Onyx (weiß-rot) und Onyx (weiß-schwarz) sind dabei fließend. Der helle Chalcedon wird durch Eisen rotbraun gefärbt, die schwarzen Anteile kommen von Eisen und Fremdstoffen wie Asche. Die Dreiheit der Farben ist ein Erkennungsmerkmal des Sardonyx.

Vorkommen von Sardonyx sind in Brasilien, Madagaskar, Mexiko, Pakistan, Uruguay und USA. Oft werden gefärbte Achate oder Chalcedone als Sardonyx angeboten.

Sardonyx ist ein relativ unempfindlicher Stein. Bei direkter Sonnenbestrahlung kann er allerdings verblassen.

 

Schungit

 

Mohs-Härte: 3 1/2 - 4

Kristallform: amorph

Mineralklasse: Carbonate

Strichfarbe: schwarz

 

Schungit (Algenkohle) ist eine Kohlenstoff-Verbindung und enthält Fullerit, Quarz, Feldspat und Chlorit. Seine Entstehung aus Meeresalgen lag im Präkambrium vor ca. 600 Millionen Jahren.

Ob Schungit tatsächlich ein Mineral ist, ist wissenschaftlich noch nicht entschieden. Die erste Beschreibung geht auf Alexander Alexandrowitsch Inostranzew 1880 zurück.

Schungit wird industriell abgebaut, zu Farbpigment verarbeitet (shungite black) und als Filterkohle verwendet.

Schungit kann mit Anthrazit verwechselt werden.

Schungit findet man in Karelien, in der Region Schunga zwischen Ladoga-See und Onega-See. Oft kommt er in Regionen mit Ölschiefer vor.

 

 

Serpentin

 

Mohs-Härte: 3 - 4

Kristallform: monoklin

Mineralklasse: Silikate

Strichfarbe: weiß

 

Die Verarbeitung von Serpentin hat eine lange Tradition. Bereits in der Antike wurden aus ihm Schmuck und Ziergegenstände hergestellt. In Niederösterreich wurde eine über 30.000 Jahre alte Figur aus Serpentin gefunden, die “Venus vom Galgenberg”.

Serpentin ist der Oberbegriff für eine ganz Mineralgruppe, die Antigorit (Blätterserpentin), Lizardit (Edelserpentin), Chrysotil (Faserserpentin) und Bowenit beinhaltet. Serpentin tritt auch zusammen mit Marmor als Connemara oder Verd-antique auf.

Serpentin kommt in dichten Massen vor, teils mit Aderungen, Streifen oder Flecken. Die Grünfärbung beim Serpentin rührt von Eisen her.

Vorkommen von Serpentin sind in Russland (Ural), Afghanistan, Indien, China, USA (New Jersey und Pennsylvania), Kanada, Südwestafrika. Auch in Sachsen und in den Alpen wird Serpentin gefunden. Chrysotilvorkommen sind in Polen, Lizardit in England (Cornwall).

Serpentin kann mit Jade oder Nephrit verwechselt werden. Eine Verwechslung mit Talk ist nur vom Aussehen her möglich, denn dieser ist noch viel weicher als Serpentin.

Da Serpentin ein weicher Stein ist, ist er entsprechend empfindlich und mag keine Säuren und Laugen.

 

Smaragd

 

Mohs-Härte: 7 1/2 - 8

Kristallform: hexagonal

Mineralklasse: Silikate

Strichfarbe: weiß

 Smaragd ist ein durch Chrom bzw. Vanadium grün gefärbter Beryll. Neben Aquamarin ist er der geschätzteste Stein der Beryllgruppe und gehört zu den teuersten Edelsteinen.

Kolumbianischer Smaragd weist einen warmen Grünton auf, dabei ist „Kolumbia-Smaragd“ mehr eine Farb- als eine Ortsbezeichnung. Smaragd aus Sambia enthält viel Eisen, wodurch ein Stich ins Blaugelbe entsteht; er ist deshalb billiger erhältlich. Vom indischen Smaragd gibt es meist nur kleine Stücke.

 

Smaragde kamen zuerst aus Ägypten, wahrscheinlich auch aus Indien und Pakistan, später auch aus Afghanistan, Russland und Österreich (Habachtal/Hohe Tauern). Die spanischen Eroberer fanden bei den Inkas, Mayas und Azteken riesige Smaragdschätze. Um 1900 wurden von dem Edelsteinhändler Fritz Klein aus Idar in Kolumbien die Stellen wiederentdeckt, aus denen diese Smaragde stammten. Neben den großen Vorkommen in Kolumbien wird Smaragd heute in Russland, Brasilien, Simbabwe, Südafrika, Tansania, Sambia, Nigeria, Indien, Pakistan, Afghanistan, Australien und Madagaskar gefunden.

Vom Smaragd gibt es zahlreiche Fälschungen (Synthesen, Dubletten, Glasimitationen), weshalb Einschlüsse (Französisch “Jardin” = Garten) im Stein als Echtheitsmerkmal angesehen werden. Mitunter wird auch farbloser Beryll mit synthetischem Smaragd überzogen. Mit der Lupe kann man bei solch einem Stein viele kleine Risse erkennen.

Smaragde sind empfindlich gegenüber Wärme, Säure, Ultraschallreinigung.

 

Sodalith

 

Mohs-Härte: 5 1/2 - 6

Kristallform: kubisch

Mineralklasse: Silikat

Strichfarbe: weiß

 

Sodalith erhielt seinen Namen auf Grund seines hohen Natriumgehalts ( = Englisch “sodium”). Er tritt in derben Massen auf und enthält oft weiße Albitadern. Selten findet man zu Dodekaedern ausgebildete Kristalle. Das Farbspektrum des Sodalith reicht von verschiedenen Blautönen über Grau bis Weiß.

Schon die Indianer Boliviens nutzten Sodalith als Schmuckstein. Auch in der heutigen Zeit erfreut er sich großer Beliebtheit und wird zu Cabochons, Kugelketten, Trommelsteinen und Ziergegenständen verarbeitet.

Vorkommen von Sodalith sind in Brasilien (Bahia), Bolivien, Indien und in den USA (Maine, Arkansas, New Hampshire). In Kanada (Ontario), Südafrika (Karrasburg) und Namibia (Kaokoveld) werden riesige Sodalithblöcke gefunden. Auch in Russland (Halbinsel Kola und Baikalsee) und in Afghanistan gibt es Sodalith.

Sodalith wird gelegentlich als Lapislazuli angeboten. Dieser unterscheidet sich aber vom Sodalith durch die Pyriteinschlüsse. Auch der Blauton der beiden Steine weicht voneinander ab. Seit 1975 gibt es auch synthetischen Sodalith. Blau gefärbter Quarzit wird als Sodalith-Imitation verkauft.

Sodalith kann mit Azurit, Dumortierit, Hauyn oder Lazulith verwechselt werden.

Sodalith mag keine starke Lichteinstrahlung, Laugen, Säuren (auch Essig!), heißes Wasser, Salzwasser, Schweiß, Ultraschallreinigung.

 

Spinell

 

Mohs-Härte: 8

Kristallform: kubisch

Mineralklasse: Oxide

Strichfarbe: weiß

 

Spinell gibt es in einer farblichen Bandbreite von farblos, gelb, orange, rot, violett, blau, grün bis schwarz. Diese Farbenvielfalt entsteht durch Beimischungen von Eisen, Chrom, Zink oder Mangan. Die Kristalle haben meist Oktaederform. Am bekanntesten ist der rote Spinell, der dem Rubin ähnelt und oft mit ihm verwechselt wird. Spinell hat gerne Korund oder Calcit als Begleitmineralien. Erst seit ca. 1800 ist Spinell ein eigenständiges Mineral; vorher wurde er den Rubinen zugeordnet.

Schwarzer Spinell heißt auch Pleonast und wird in Thailand gefunden. Die Thailänder haben ihm den Namen “Nin” gegeben und schätzen ihn als Glücksstein. Erst seit geraumer Zeit ist schwarzer Spinell bei uns im Handel als Heilstein erhältlich.

Spinell kommt aus Myanmar, Sri Lanka, Madagaskar, Australien, Brasilien, Nigeria, Tansania, Pakistan und den USA. Auf Sri Lanka werden Spinelle mit Sternen (Asterismus) gefunden.

Spinell kann mit vielen Edelsteinen der selben Farbe verwechselt werden: Amethyst, Chrysoberyll, Granat, Rubin, Saphir, Topas.

Im Handel sind auch synthetische Spinelle; diese dienen nicht nur als Ersatz für Spinell, sondern auch für viele andere Edelsteine, z.B. für Rubin.

Spinell gehört zu den eher unempfindlichen Steinen.

 

Stromatolith

 

Mohs-Härte: 3

 

Kristallform: trigonaler Calcit und Quarzsand, trikline und monokline Tonmineralien

Mineralklasse: Carbonate (Calcitanteile), Oxide (Quarzanteile), Silikate (Tonmineralien)

Strichfarbe: weiß

 

Der Name Stromatolith setzt sich aus den griechischen Begriffe “stroma” = Decke und “lithos” = Stein zusammen. Stromatolithen sind Sedimentgesteine, die durch Mikroorganismen in Gewässern entstanden sind. Cyanobakterien (Blaualgen) fällten in ihrem Stoffwechsel Kalk aus, der sich an den Küsten abgelagert hat.

Stromatolithen bestehen meist aus feingeschichtetem Kalkstein mit einer gewellten Bänderung. Die Wellenform entstand durch den Einfluß der Meereswellen.

Durch die attraktive braun-beige Bänderung wird Stromatolith für die Herstellung von Ziergegenständen verwendet.

Stromatolith kommt in Bolivien, USA (Montana) und in Westaustralien vor.

Das ungeübte Auge kann Stromatolith mit Jaspis oder Tigerauge verwechseln, die aber viel härter sind. Da Stromatolith sehr weich ist, sollte man ihn behutsam behandeln.

 

 

Sugilith

 

Mohs-Härte: 6 - 6 1/2

Kristallform: hexagonal

Mineralklasse: Silikate

Strichfarbe: weiß

Sugilith erhielt seinen Namen nach dem japanischen Mineralogen Dr. Ken-ichi Sugi, der ihn 1944 auf der Insel Iwagi entdeckt hatte.

Südafrikanischer Sugilith kommt in rosa bis violetten Massen vor und weist oft schwarze Einschlüsse aus Braunit auf. Auch Einlagerungen von Chalcedon, Baryt oder Pektolith sind häufig.

Aus Sugilith werden gerne Trommelsteine, Kugelketten, Cabochons und Ziergegenstände hergestellt.

Große Vorkommen von Sugilith sind in Südafrika (Kalahari). Fundstellen gibt es auch in Italien (Toskana, Ligurien), Kanada (Mont Saint-Hilaire), Indien (Madhya Pradesh), Tadschikistan (Dara-i-Pioz) und Australien (New South Wales).

Sugilith kann mit Lepidolith, Charoit oder violettem Dumortierit verwechselt werden. Sugilith wird durch Färben geschönt; auch wird sein Schleifstaub mit Kunstharz verkittet.

Sugilith verblasst bei sehr starkem Erhitzen und ist ansonsten unempfindlich.

 

Thulit

 

Mohs-Härte: 6 - 6 1/2

Kristallform: rhombisch

Mineralklasse: Silikate

Strichfarbe: weiß

 

Der englische Mineraloge Henry James Brooke bezeichnete diese 1823 in der norwegische Region Telemarken entdeckte rote Varietät des Zoisit als Thulit. Der Name bezieht sich auf das mythische Land Thule in Nordeuropa.

Thulit kommt meist in undurchsichtigen derben Massen vor, sehr selten als Kristalle. Oft wird er von Quarz durchzogen. Die Farbe variiert von rosa und rot bis violett und rührt von Mangan her.

Thulit wird zu Cabochons, Kugelketten und Trommelsteinen verarbeitet.

Neben Norwegen findet sich Thulit auch in Australien (Tasmanien) und USA (North Carolina).

Thulit kann mit Rhodonit und Piemontit verwechselt werden. Fälschungen sind nicht bekannt.

Thulit verträgt kein Salzwasser und verblasst unter Sonneneinstrahlung.

 

Tigerauge

 

Mohs-Härte: 7

Kristallform: trigonal

Mineralklasse: Oxide

Strichfarbe: gelbbraun

 

Tigerauge gehört zur Quarzgruppe, ist gelbbraun, undurchsichtig und besitzt einen wogenden Lichtschein (Chatoyance). Diesem “Katzenaugeneffekt” verdankt es auch seinen Namen.

Tigerauge wird in Sedimentgestein gefunden und kommt in Platten vor, die einige Zentimeter dick sind. Entstanden ist es durch die Einlagerung von bläulichen Hornblendeasbestfasern in Quarz. Durch Umwandlung der Fasern in bräunlich-gelbe Eisenhydroxide erhielt es den braunen Farbton. Beim nahe verwandten Falkenauge überwiegen die blauen Fasern. Die Übergänge zwischen beiden Steinen sind fließend.

Hauptfundort des Tigerauge ist Südafrika; es gibt ihn aber auch in Australien, Myanmar, Indien und USA (Kalifornien).

Durch starkes Erhitzen verfärbt sich Tigerauge rötlich und wird als “Rotes Tigerauge” verkauft.

Tigerauge ist von seinem Aussehen her so typisch, daß es nicht mit anderen Mineralien verwechselt werden kann.

Tigerauge verträgt keine Salzsäure oder Bleichmittel, ist aber ansonsten unempfindlich.

 

Tigereisen

Mohs-Härte: 6 1/2 - 7

Kristallform: trigonal

Mineralklasse: Oxide

Strichfarbe: braun

 

Tigereisen ist ein Aggregat aus Hämatit, rotem Jaspis und Tigerauge. Diese drei Mineralien sind schichtweise übereinander gelagert und bilden oftmals sehr schöne Musterungen. Deshalb ist Tigereisen ein beliebter Schmuckstein und wird auch für Ziergegenstände gerne verwendet.

Große Mengen von Tigereisen findet man in Westaustralien.

Tigereisen ist von seinem Aussehen her so typisch, daß es nicht mit anderen Mineralien verwechselt werden kann.

Zur Empfindlichkeit siehe unter Tigerauge, Hämatit, und Jaspis.

 

Türkis

 

Mohs-Härte: 5 - 6

Kristallform: triklin

Mineralklasse: Phosphate

Strichfarbe: weiß

Türkis erhielt seinen Namen nach dem Land Türkei, weil dort Handelsrouten für den Türkishandel verliefen.

 

 

Türkis ist ein durch Kupfer blau gefärbter, undurchsichtiger Phosphat. Er kommt an der Oberfläche von Kupferlagerstätten vor, meist als Kugeln und Knollen. Oft ist Türkis mit grauer oder brauner Matrix vermischt. Er kommt auch in Verbindung mit Malachit und Chrysokoll vor.

Schon bei den alten Ägyptern war Türkis ein begehrter Schmuck- und Amulettstein. Bei verschiedensten Völkern gilt er als Schutzstein gegen Negativität. In der Biedermeierzeit war Türkis ein beliebter Modestein.

Vorkommen von Türkis sind im Iran, Tibet, China, Afghanistan, Israel, Tansania, Nordamerika, Südafrika, Australien.

Bereits seit der Antike werden Türkise nachgeahmt. Chalcedon, Magnesit oder Howlith etwa werden türkisfarben eingefärbt. Türkisbrösel werden mit Harz zusammengekittet. Zur Oberflächenveredelung werden Türkise mit Kunstharz geölt oder gehärtet. Seit gut 50 Jahren gibt es synthetische Türkise. Da Türkis zu den etwas teuereren Steinen gehört, kann man davon ausgehen, daß preisgünstige Türkise “getürkt” sind.

Türkis kann mit Amazonit, Chrysokoll, Lazulith, Serpentin, Smithonit und Variscit verwechselt werden.

Türkis ist sehr empfindlich und darf nicht mit Säuren, Laugen, Schweiß, Öl, Kosmetika und Silbertauch- oder Ultraschallbädern in Kontakt kommen. Schon das Händewaschen mit Wasser und Seife kann ihm schaden. Vorsicht vor zu viel Licht! Türkis ist wasserhaltig, trocknet aus und Risse entstehen. Auch Wärme verträgt er nicht gut. Bei 250° C kippt die blaue Farbe ins Grünliche.

 

Turmalin

 

Mohs-Härte: 7 - 7 1/2

Kristallform: trigonal

Mineralklasse: Silikate

Strichfarbe: weiß

 

Turmaline (aus dem singhalesischen Wort “Turamali” abgeleitet) sind eine Gruppe von Mischkristallen. Es gibt ihn in allen Farben, wobei meist an einem Kristall mehrere Farben vorkommen. Turmalinkristalle bilden längsgestreifte Prismen mit dreieckigem Querschnitt. Häufig sind Turmaline in Quarz eingewachsen (Turmalinquarz). Als Lichteffekte kommen bei Turmalinen Chatoyance und Changieren vor.

Die Farbenvielfalt des Turmalins kommt v.a. bei den Turmalinschnitten zur Geltung. Dabei werden Turmaline im Querschnitt in Scheiben geschnitten. Besonders wenn das Licht von hinten durch den Turmalinschnitt fällt, entfaltet sich der Zauber dieser Stein-Schönheiten.

Turmaline findet man in Brasilien (Minas Gerais, Paraiba, Bahia), Namibia, Madagaskar, Kenia, Tansania, Simbabwe, Russland, Afghanistan, Sri Lanka, Nigeria, Sambia, Mosambik und in den USA. Auch in den Alpen finden sich schöne Stücke, oft mit Quarz, Feldspat, Glimmer oder Beryll als Begleitmineralien.

Turmaline werden durch Erhitzen und Bestrahlen in ihrer Farbe verbessert. Im Handel sind auch synthetische Korunde und Spinelle in Turmalinfarbe und Glasimitationen.

Turmalin kann als Rohstein wegen seines typischen dreieckigen Querschnitts nicht mit anderen Mineralien verwechselt werden. In geschliffenem Zustand kann er mit alle Edelsteinen derselben Farbe verwechselt werden.

Turmalin ist wärmeempfindlich. Nicht längere Zeit Lichteinstrahlung aussetzen.

 

Turmalin wird der Farbe nach in folgende Varietäten unterteilt:

Achroit: farblos

Apyrit: pfirsichblütenfarbig

Chromturmalin: dunkelgrün

Dravit: gelbbraun bis dunkelbraun

Indigolith: blau

Rubellit: rot

Tsilaisit: gelb

Schörl: schwarz

Siberit: rosa bis violett

Verdelith: grün

 

Unakit

 

Mohs-Härte: 6 - 7

 

Kristallform: monoklin

Mineralklasse: Silikate

Strichfarbe: grau

 

Unakit (Epidot-Feldspat) ist ein Aggregat, das aus den Mineralien Epidot, Feldspat und geringen Teilen Quarz gebildet wird. Die grüne Farbe kommt vom Epidot, die rote von den Feldspatanteilen. Unakit tritt in derben Massen auf.

Unakit wird wegen seiner hübschen grün-roten Färbung gerne zu Cabochons, Kugelketten, Trommelsteinen und Ziergegenständen verarbeitet.

Vorkommen von Unakit sind in China, Brasilien und Südafrika. Seinen Namen erhielt er allerdings nach dem Fundbereich Unaka in den USA (North Carolina).

Unakit kann durch seine typische Farbzusammensetzung kaum mit anderen Steinen verwechselt werden.

Von Hitze, Laugen und Säuren fernhalten!

 

Versteinertes Holz

 

Mohs-Härte: 6 1/2 - 7

Kristallform: trigonal (Quarzanteile), amorph (Opalanteile)

Mineralklasse: Oxide

Strichfarbe: weiß

 

Versteinertes Holz besteht aus Siliciumdioxid in Form von Chalcedon und Opal. Im versteinerten Holz hat Kieselsäure den Platz der absterbenden Baumzellen eingenommen. Die Form und Struktur des ursprünglichen Holzes blieb dabei erhalten. Es ist also eine Pseudomorphose von Chalcedon bzw. Opal nach Holz. Es gibt ganze Wälder mit versteinerten Bäumen, z.B. in Chemnitz/Sachsen. Bei versteinertem Holz kann man noch gut die ursprüngliche Baumart erkennen. Häufig sind es Nadelhölzer und Farne.

Da versteinertes Holz sehr dekorativ ist, wird es gerne zu Ziergegenständen, Tischplatten u.ä. verarbeitet. Als Schmuck wird es meist in Form von Donuts verwendet; auch Trommelsteine sind beliebt.

Fundstätten von versteinertem Holz sind in Deutschland, Belgien, Frankreich, Portugal, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Griechenland, Russland, Türkei, Ägypten, Madagaskar, Namibia, Simbabwe, Argentinien, USA, China, Indien, Indonesien, Australien.

Die Chalcedonanteile im versteinerten Holz sind relativ unempfindlich. Probleme machen da eher die Opalanteile, die wie alle Opale keine Hitze, Säuren, Laugen, Ultraschallbäder etc. vertragen.

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Dagmar Bernhard Lebenskunst | DagmarBernhard@aol.com