1.2. Lichtmessvorabend: ein Drudenfuß aus Wachs wird zur Dämonenabwehr über der Hoftür befestigt. Mit Peitschenknallen wird der Winter ausgetrieben.
2.2. Maria Lichtmess: 40 Tage nach Weihnachten; Erinnerung an den Besuch Marias im Tempel. Beginn des Bauernjahres; die Arbeit wird wieder aufgenommen. Knechte und Mägde werden neu eingestellt oder weiter am Hof beschäftigt.
Kerzen und Wachsstöcke werden in der Kirche geweiht.
Liegt genau zwischen Wintersonnwende und Frühlings-Tag- und Nachtgleiche.
Der Tag wird allmählich länger: „An Weihnachten um einen Hahnentritt, auf Neujahr um einen Männerschritt, auf Dreikönig einen Hirschsprung, auf Lichtmess um eine ganze Stund.“ Lostag: da geht der Bär aus seiner Höhle. Wenn es warm ist, geht er wieder zurück, weil es dann noch lange Winter ist. Ist es kalt, bleibt er draußen, weil das Winterende naht.
Imbolc, Fest der Brigid: keltisch; die schöne Lichtjungfrau Brigid erscheint und löst die dunkle Wintergöttin ab. Mit ihr steigen die Fruchtbarkeitsgeister aus der Erde. Brigid verkörpert die Kräfte des Ostens und des neuen Morgens.
Die Kelten begrüßten Brigid mit einem Feuerfest und machten Orakel.
Brigids Pflanze ist die Schlüsselblume, eine der ersten Frühlingsblumen.
Juno Februata: die Römer feierten an diesem Tag die jungfräuliche Mutter des Mars; Schutzherrin der Liebesleidenschaft. Nach ihr wurde das Liebesfieber benannt „febris“ (= Fieber). Gab dem Monat Februar seinen Namen.
3.2. St. Blasius: Blasiussegen gegen Halskrankheiten wird erteilt.
14.2. St. Valentin: Pestpatron und Helfer gegen Fallsucht (Epilepsie).
Lostag; Blumenschenken stammt von Liebesorakeln her. Valentin wurde angerufen bei Liebeszauber und der Zubereitung von Liebestränken.
22.2. Petri Stuhlfeier: Feier der Bischofswürde des Apostels Petrus „Wenn es zu Petri Stuhlfest friert, so wird´s noch 40 Tage frieren.“
Beginn der bäuerlichen Faschingszeit. Fasching = Fastschank: Ausschenken des Fastentrunkes. Der „Unsinnige Donnerstag“ läutet den Fasching ein.
Am „Rußigen Freitag“ schwärzt man sich das Gesicht mit Ruß oder setzt Tiermasken auf, um den Winter zu vertreiben.
Am „G´schmalzenen Samstag“ gibt es Schmalznudeln und Fastenbrezen.
Dem Faschingssonntag und „Damischen Montag“ folgt der Kehraus am Faschingsdienstag, an dem um Mitternacht der „Fasching begraben“ wird. Ursprünglich war dies das Eingraben oder Ersäufen des Winters, dargestellt durch eine Strohpuppe.
Mit dem Aschermittwoch beginnt nach dem Kirchenkalender die Fastenzeit. Es ist ein Unglückstag, weil an diesem Tag Luzifer aus dem Himmel gestürzt worden ist. Man soll am Aschermittwoch kein Vieh austreiben oder weggeben. Haus und Stall sollen nicht gereinigt werden. Man soll nicht das Dorf verlassen und nicht in den Wald gehen, weil der Teufel unterwegs ist.
In der Kirche macht der Pfarrer den Gläubigen ein Aschekreuz auf die Stirn als Zeichen der Buße. Die geweihte Asche soll für Äcker und Wiesen sehr fruchtbar sein.
24.2. St. Matthias: Lostag für die Witterung: „Matheis bricht´s Eis; hat er keins, so macht er eins.“
3.3. St. Kunigunde: „Kunigund macht warm von unt.“ Beginn der langsamen Bodenerwärmung Beginn einer Leberkur mit dem Kunigundenkraut (Wasserdost).
17.3. St. Gertraud: Frühjahrsbotin; „St. Gertraud führt die Kuh zum Kraut, das Ross zum Zug, die Bienen zum Flug.“
19.3. St. Josef: „St. Josef schlägt den glühenden Pfahl in die Erde.” An vielen Orten werden Josefimärkte abgehalten
21.3. St. Benedikt: Frühlings-Tag- und Nachtgleiche; Gleichgewicht zwischen Licht und Dunkelheit; Rückkehr des Lebens „St. Benedikt macht Zwiebeln dick.” Benediktuskreuz und –pfennig gelten als glücksbringende Amulette.
Alban Eiller: keltisch; das Vogelfest des Frühlings: morgens ging man hinaus, um nach Zugvögeln zu schauen. Wenn man welche sah, wurde anschließend gefeiert.
25.3. Mariä Verkündigung: Der Erzengel Gabriel kommt zu Maria und kündigt ihr die Geburt von Jesus an.
„Zu Mariä Verkündigung kommen die Schwalben wiederum.“ Das Vieh kommt wieder aus dem Stall.
1.4. Aprilschicken: nach altem Volksglauben schlechtester Tag des Jahres. Verräter Judas Ischariot wurde an diesem Tag geboren.
Römer feierten an diesem Tag das Narrenfest.
Palmsonntag: leitet die Karwoche ein „Palmen im Klee, Ostern im Schnee.“
„Ist der Palmsonntag ein heitrer Tag, für den Sommer ein gutes Zeichen sein mag.“
Ostern: von Ostara, german. Frühlingsgöttin; Hase als Symbol der Fruchtbarkeit und Ei als Urzelle des Lebens.
Gründonnerstag: von greinen = weinen
Mit Ratschen wird viel Lärm gemacht um Dämonen abzuwehren.
Am Gründonnerstag gelegte Eier geben besonders viel Gesundheit und Lebenskraft.
Karfreitag: Kar = Kummer
Das Heilige Grab wird in der Kirche aufgebaut.
Eier, Brot und Wasser sind an diesem Tag besonders heilkräftig.
Karsamstag: Osterfeuer wird entzündet
Ostersonntag: Ostereier werden in der Kirche geweiht. Asche vom Osterfeuer wird auf die Felder gestreut.
23.4. St. Georg: Drachentöter, Wetterherr, Viehpatron Georgiritte (Pferdewallfahrt) mit Segnungen der Pferde.
Feldumgänge, Prozessionen damit das Gras gut wächst und die Äcker reiche Frucht bringen.
30.4. St. Walpurgis: Pestpatronin
Heilkräuter, die in der Nacht des 30.4. eingebracht werden, haben besondere Heilkraft.
Hexen versammelten sich zum unheilbringenden Umtrieb. Man versuchte, die Geister mit Peitschenknallen, Glockenläuten, Schießen und Ausräuchern der Ställe zu vertreiben. Schabernack mit Wasser wurde getrieben (Wassereimer auf die Tür stellen etc.); Ursprung: Wasserkult mit Reinigung und Läuterung
Beltane: bei den Kelten begann jetzt das Sommerhalbjahr; Frühling- und Fruchtbarkeitsfeste mit Freudenfeuern wurden gefeiert. Wie an Samhain steht die Anderswelt offen.
Germanen: in der Nacht zum 1.5. vermählte sich die mütterl. Erdgöttin Freya mit dem Himmelsgott Wotan. Wotan wurden anfangs noch Menschenopfer, später Rinder, Pferde oder Getreide dargebracht. Die Germanen feierten ein großes Fest; im Zentrum stand der Maibaum, der die Fruchtbarkeit der Felder und der Dorfgemeinschaft positiv beeinflussen sollte. Die Mädchen bekamen von ihrem Geliebten einen Hut mit blühenden Blumen. Im „Tanz in den Mai“ klingt noch etwas von diesen Festen nach.
1.5. Maria, Patrona Bavariae: Beginn des Marienmonats Mai Aufstellen des Maibaums, Liebes- und Fruchtbarkeitssinnbild
Ursprung des Maibaums liegt im Schamanismus eurasischer Völker: Symbol des Baumes, der die Verbindung zur jenseitigen Welt herstellt und dem Schamanen den Aufstieg dorthin ermöglicht.
12.5. – 15.5. Eisheilige: St. Pankraz, St. Servatius, St. Bonifatius, St. Sophie; bringen noch mal Nachtfrost, Eisregen, Graupelschauer
16.5. St. Johannes Nepomuk: Patron der Schiffsleute, Brückenheiliger; Beginn der Bitt- oder Kreuzwoche mit Flurumgängen und Bittgängen; Bitte um Schutz vor Unwetter und um gute Ernte
Christi Himmelfahrt: wird immer am Donnerstag, dem Tag des german. Gottes Donar gefeiert Der Wettersegen wird erteilt. Das zu dieser Zeit blühende Himmelauffahrtsblüml (Bittere Kreuzblume) gilt als Wetterschutz.
An diesem Tag sollen Eschenspäne geschnitten werden als Mittel gegen Wundblutungen. Eine „fliegende Speise“ (Geflügel, Tauben) wird gegessen.
An den drei Tagen vor Christi Himmelfahrt werden Bittprozessionen auf den Feldern gemacht, damit die Ernte gut ausfällt.
In der Himmelfahrt Christi klingt die Himmelsreise der Schamanen an.
Pfingsten: Griechisch „pentekoste hemera“ = der 50. Tag nach Ostern; Tag an dem der Heilige Geist die Jünger Christi zu Aposteln des Glaubens machte.
Am Vorabend von Pfingsten werden mit Peitschenknallen und Schießen die Dämonen vertrieben. Früher wurden zu Pfingsten Bräuche abgehalten, die mit Wasser zu tun hatten (jmd. mit Wasser übergießen etc.). Dahinter steckte der Glaube, dass jedes Gewässer alle Jahre sein Opfer fordere. Um alles Unheil abzuwenden, brachte man den Gewässern im Frühjahr versöhnende Opfer dar. Die uralten Frühlingsfeiern gingen in die christl. Feste Ostern und Pfingsten ein.
Fronleichnam: Austragen des „Leibes des Herrn“, der in der geweihten Hostie anwesend ist; wird immer am 2. Donnerstag (Donar!) nach Pfingsten gefeiert.
Kräuter und Blumenschmuck der Fronleichnamsaltäre gelten als segenskräftig. Geweihte Hostien werden gegen Hochwassergefahr in Flüsse geworfen.
24.6. Johannes der Täufer: der Schutzpatron der Viehherden und Hirten; Namensgeber von Johannisbeere und Johanniskraut, da er sie gesegnet und gegessen haben soll. Jetzt entwickelt das Johanniskraut seine größte Kraft.
Sonnwend- und Johannisfeuer als alte Heils- und Reinigungsfeuer für Mensch und Tier. Nachbildungen der Sonne aus Stroh oder Holz sollen sie dazu bringen, der Erde ihre Kraft zu geben. Brennende Holzscheiben oder Räder werden durch die Luft geschleudert und von Bergen in die Täler gerollt. Damit soll der Segen der Sonne auf Dörfer und Äcker, auf Menschen und Tiere herabbeschworen werden.
Alban Hefyn: so nannten die Kelten ihr Fest zur Sommersonnenwende
27.6. Siebenschläfer: Wetterlostag. Wie das Wetter an Siebenschläfer ist, soll es 7 Wochen lang sein.Eisenkraut gegen Kopfschmerzen und Schlafsucht soll an diesem Tag geerntet werden.
29.6. Peter und Paul: Peterlfeuer: auf Hügeln werden Feuer mit Reisig angezündet, es wird um das Feuer getanzt und gefeiert. Auch das alte heidnische Feuerspringen (=Reinigung) ist Brauch.
2.7. Mariä Heimsuchung: erinnert an den Tag, als Maria ihre Verwandte Eilsabeth besuchte. Wetterlostag: „Regnet´s an Mariä Heimgang, regnet´s noch vier Wochen lang.“ Rosenkränze und Haselzweige werden ans Fenster gehängt, um alle Unwetter abzuwenden.
4.7. St. Ulrich: dem St. Ulrich geweihte Brunnen versiegen auch in heißesten Sommern nie. Die german. Vorstellung, dass göttl. Wesen Quellen und Brunnen beschützen, übertrug das Christentum auf den Heiligenkult.
8.7. St. Kilian: Gläubige kriechen durch eine Höhlung im Kiliansgrab (Würzburg). Geht auf die vorchristl. Sitte zurück, durch Spalten heidnischer Kulträume zu kriechen und sich Gesundheit zu erbitten.
20.7. St. Margarete: Nothelferin; Patronin der Bauern; hilft bei allen Themen Rund um Schwangerschaft und Geburt; entspricht der (vor)keltischen Mondgöttin Wilbet. Die ganze Wochen gilt als unheilvolle „Margaretenwoche“ Regen an diesem Tag ist ein schlechtes Erntezeichen: „Regen am Margaretentag sagt dem Hunger guten Tag.“
22.7. St. Magdalena: Magdalena-Bilder werden gegen Unwetter unters Dach gestellt.
An diesem Tag soll man tränende Augen an heilkräftigen Magdalensquellen mit dem Ringfinger waschen.
23.7. Beginn der Hundstage: Name kommt vom Hundsstern (Sirius) im Sternbild des Großen Hundes.
„Hundstag hell und klar, deuten auf ein gutes Jahr.“
Bei den Ägyptern und Römern galt der Frühaufgang des Hundssterns als gefahrbringend für Mensch, Vieh und Felder.
25.7. St. Jakob: Pilgerpatron und Wetterherr, Beschützer des Getreides und der Flüsse.
Wenn bei klarem Wetter weiße Wolken aufziehen, deutet dies auf einen guten Winter hin. Die Milchstraße wird oft als „Jakobsstraße“ bezeichnet.
Almbesuchstag, an dem die Bauern auf ihre Almen gehen und sich ihr Vieh besehen. Jakobibeeren (Heidelbeeren) sind zu dieser Zeit sehr heilkräftig. An diesem Tag soll man die Wegwarte ernten.
Perubalsam wird auch als Jakobsbalsam bezeichnet.
Die ersten Trauben und Birnen nennt man Jakobitrauben und –birnen.
Zu Jakobi reitet der Bilmesschneider (ein haariger Dämon mit Sicheln an den Füssen) durch die Getreidefelder und mäht sog. „Bilmesstreifen“ aus dem Korn.
31.7. St. Ignatius: Ignatius von Loyola
Tag der „Alm-Kirta“, die mit Tanzmusik auf den Almen gefeiert wird.
Der Samen aus der Ignatius-Bohne galt als Mittel gegen die Fallsucht (Epilepsie). „Ignatius-Wasser“ als Magenelixier und gegen Pest.
„Ignatius-Häuberl“ wurde bei Kopfschmerzen aufgesetzt.
Lughnasadh: mit diesem Erntefest feierten die Kelten den Beginn der Erntezeit. Lugh ist der keltische Sonnengott.
5.8. St. Oswald: Viehpatron, Herr der Schnitter und Mahder ; Schauerkreuze gegen Hagelschlag werden aufgestellt. Wasser aus Oswaldsbrunnen soll gegen Gicht helfen.
5.8. Mariä Schnee: der Tag erinnert an die Feier der Neueinweihung der Basilika S. Maria Maggiore in Rom am 5.8.432. Die Kirche ist an diesen Platz gebaut worden, nachdem es durch Marias Einwirkung im August dort geschneit hat (Schneewunder).
Maria bewahrt vor Wassernot und gilt als Beherrscherin der Wolken. „Regen an Mariä Schnee, tut den Kornähren weh.“
10.8. St. Laurentius: Patron aller Berufe, die mit Feuer zu tun haben Letzter Zeitpunkt zum Ansetzen von Rüben. Der Saft geht aus den Bäumen. „Auf Laurenzi reife Trauben, lassen an gute Weine glauben.“
15.8. Mariä Himmelfahrt: „Großer Frauentag“; Beginn des „Frauendreißiger“ bis zu Mariä Namen am 12.9.
Der Brauch geht auf die german. 30-tägige Fastenzeit zurück, die als Toten- und Fruchtbarkeitsopfer anlässlich der Erntefeste gehalten wurde. Da die Erntefeste german. Stämme auf den 15.8. fielen, hat man bei der Christianisierung den Todestag Marias darauf gelegt.
Maria wird als Schützerin der Feldfrüchte verehrt. Marienbilder, die die Muttergottes in einem blauen, mit goldenen Ähren geschmückten Gewand darstellen (Kornmutter, Ährenkleidmadonna). Während des „Frauendreißiger“ verlieren alle Gifte in Tier und Pflanze ihre Schärfe. Die Heilkraft dagegen wird dreifach gesteigert. Am 15.8. blühen die Kräuter am schönsten.
„Wurzweihtag“: Kräuter werden zur Weihe in die Kirche gebracht. Früher wurden 77 verschiedene Kräuter um eine Königskerze herum zu einem Strauß gebunden, heute sind es 9, 15 oder 21. Obligatorisch sind: Johanniskraut, Tausendguldenkraut, Meisterwurz, Wermut, Schafgarbe, Wohlmut, Pfefferminze, Kamille, Holunder. Der geweihte Kräuterstrauß wird im Herrgottswinkel aufbewahrt. Bei drohendem Gewitter werden einzelne Kräuter ins Herdfeuer gegeben. Der Hochsommer neigt sich dem Ende zu.
24.8. St. Bartholomäus: Apostel und Märtyrer Ende der Hundstage; es fängt an zu herbsteln
Ende der Almzeit auf den Hochalmen; das Vieh wird auf die Niederalmen getrieben und bleibt dort bis zum Almaabtrieb im Herbst.
„Ist an Barthlmä der Himmel offen, wollen wir auf gutes Herbsten hoffen.“ Die Fische hören auf, in die Länge zu wachsen und legen nur mehr in der Dicke zu. In der Bartholomäusnacht gehen geheimnisvolle Reiter um.
1.9. St. Ägidius: der Herbst beginnt; Wetterlostag: „Wie an St. Ägidius, 4 Wochen das Wetter bleiben muss.“
Das letzte Korn wird eingebracht. An die Hoftür wird ein Büschel von 3 Ähren genagelt. Es dient als Opfer und zur Dämonenabwehr.
Ab diesem Tag verkriechen sich die Schlangen.
Die verlassenen Hochalmen werden von den „Kasermandln“ (kleine Almgeister) bewohnt. An diesem Tag soll man Brombeeren ernten.
23.9. Herbst-Tag- und Nachtgleiche: die Kelten feierten jetzt ihr Erntedankfest Alban Eluen
29.9. St. Michael: kämpft gegen alle dunklen Mächte St.-Michaels-Kapellen stehen meist auf alten heidnischen Kultplätzen.
Die Tage werden deutlich kürzer: „Michael zündet´s Licht an und schneidet den Tag ab.“ An vielen Orten werden Michaelimärkte abgehalten.
Spätestens jetzt soll das Vieh von den Almen gebracht werden. Beim Almabtrieb werden dem Vieh Aufstecker mit Tannen- oder Wacholderzweigen, Papierrosen, Isländisch Moos und Flittergold aufgesetzt. Dazu kommen kleine Spiegel, die alle Dämonen auf dem langen Weg von der Alm zum heimischen Hof fernhalten sollen.
1.10. Erntedankfest: geht auf die Germanen zurück. Die letzte Garbe bleibt als Opfer auf dem Acker stehen. Mit Übergabe der Erntekrone beginnt das Erntefest mit Essen, Scherzspielen und Tanz; geht auf alte Fruchtbarkeitszeremonien zurück. Antike: Ernteumzüge mit geschmückten Opfertieren.
16.10. St.Gallus: Beginn der kalten, nassen Jahreszeit: „Nach St. Gall bleibt die Kuh im Stall.“ „St. Gallen lässt den Schnee fallen.“
3. Sonntag im Oktober Kirchweih: Erinnerungsfest an die Kircheneinweihung. Neben Gottesdiensten gibt es ein Volksfest und oft auch einen Markt.
Geht auf german. Sippenfest im Herbst zurück; Abschluss der Weidezeit mit kultischen Feiern und gerichtl. Volksversammlung.
21.10. St. Ursula: Beginn des „Altweibersommers“
Fliegende Spinnfäden gelten als glücksbringend (Marienseide, Liebfrauenfaderl)
28.10. Simon und Judas: An vielen Orten werden Simon-und-Judäa-Märkte abgehalten. An diesem Tag wird die Simonswurz heilkräftig.
31.10. St. Wolfgang: Bischof, Wetterherr, Beschützer der Hirten
St. Wolfgang vermochte heilkräftige Quellen aus dem Fels zu schlagen (Rutengeher); heilkräftige Wolfgangsbrunnen.
Amulett von St. Wolfgang soll vor Krankheiten schützen.
Früher kroch man in Wolfgangskapellen durch Erd- und Steinlöcher, um gegen Krankheiten gefeit zu sein.
31.10-1.11 Allerheiligen: Die Sonne steht im Zeichen Skorpion = Tod, Transformation. Die Sonne „stirbt“ und wird zur Wintersonnenwende neu geboren. Die Natur zieht sich zurück in den Schoß von Mutter Erde, die Tiere beginnen den Winterschlaf. Die dunkle Zeit beginnt. Bis zum 8.11. ist die sog. „Seelenwoche“.
Man gedenkt der Verstorbenen und besucht die Gräber, um ihnen die Ehre zu erweisen. Die Grableuchten erinnern an die Lichter, mit denen man den Ahnen den Weg weist. Früher wurden Brot, Wein und Bohnen für die „armen Seelen“ auf die Gräber gestellt.
Samhain: nach dem kelt. Kalender Winteranfang; heißt wörtl. „Sommers Ende“. Beginn des dunklen Halbjahres und kelt. Silvester. Grenze zwischen den Welten ist wie an Beltane offen. Ahnen wandeln in dieser Nacht auf der Erde, um ihre Verwandten zu besuchen. Um ihnen den Weg zu weisen, stellte man Lichter in die Fenster. Außerdem legte man Speisen und Getränke für die Ahnen und Geister raus.
Halloween: „All Hallows Eve“; amerikan. Variante; von irischen Einwanderern eingeführt. Kürbisse mit Fratzengesichtern sollen böse Geister vertreiben. Kinder verkleiden sich als Gespenster und sammeln Geschenke, Wer nichts gibt, wird von bösen Geistern heimgesucht.
1.11. Allerseelen: es wird für alle Verstorbenen gebetet; dadurch soll ihr Aufenthalt im Fegefeuer verkürzt werden.
6.11. St. Leonhard: Heiliger Leonhard von Limoges, Schutzheiliger des Viehs, Pferdepatron. Wie bei allen Viehheiligen (St. Oswald, St. Wendelin) stehen die ihm geweihten Kirchen meist auf Anhöhen mit alten heidnischen Opferplätzen und Kultstätten.
Früher ritten Bauern dreimal in wildem Galopp um das Leonhardsheiligtum und opferten Votivgaben. Seit 19. Jhdt. Leonhardiritt (Pferdewallfahrt) mit Tiersegnungen: Wägen und Pferde werden festlich geschmückt. Lautes Peitschenknallen im Takt soll Dämonen vertreiben. Ursprung: Altgermanischer Brauch der Weihefahrt mit Weihepferden zu Ehren Göttervaters Wotan. Das Pferd war bei den Germanen ein heiliges Tier.
11.11. St. Martin: Heiliger Martin von Tours; Hirtenpatron.
Mit St. Martin beginnt die Schneezeit; das Vieh muss jetzt endgültig in den Stall.
Martinstag liegt am Beginn einer 40-tägigen Fastenzeit bis Weihnachten. Am letzten Tag vor der Fastenzeit konnte man noch mal schlemmen. Beginn des rheinischen Karnevals am 11.11..
Tag des Zehnts (Steuern wurden fällig); wurden früher in Naturalien bezahlt, u.a. mit Gänsen = Martinsgans St.-Martins-Zug mit Reiter, Kinder mit Laternen, Martinslieder werden gesungen, Weckmann aus Hefeteig.
25.11. St. Katharina: Katharina von Alexandrien; Nothelferin; entspricht der (vor)keltischen Erdgöttin Ambet „Kathrein stellt den Tanz ein“: Beginn der stillen Zeit. Das Sonnenrad steht still und damit hat auch die Tanzdrehung zu unterbleiben.
Ende der Weidezeit; die Bienenstöcke werden unters Dach gestellt.
30.11. St. Andreas: Apostel; Andreasnacht ist wichtige Losnacht (Orakel). Winterliche Dämonenabwehr und Fruchtbarkeitszauber beginnen mit der Andreasnacht. Bild des Zukünftigen kann man im Spiegel erkennen.
4 Sonntage vor Weihnachten, Advent: Kerzen auf dem Adventskranz und Türchen am Adventskalender messen die Zeit bis zur Wiederkehr des Lichts.
Früher galt die Adventszeit als Fasten- und Bußzeit, in der nicht getanzt und nicht geheiratet werden durfte.
Die Adventssonntag haben je ihr eigenes liturgisches Gepräge:
der 1. Adventssonntag bedenkt die Wiederkunft Christi am Jüngsten Tag,
der 2. Adventssonntag dient der Vorbereitung auf den kommenden Erlöser,
der 3. Adventsonntag stellt die Gestalt Johannes, des Täufers, in den Mittelpunkt,
der 4. Adventsonntag ist geprägt von der nahenden Freude, er ist in der katholischen Kirche Maria gewidmet
Klöpfelnächte: an den drei Donnerstagen im Advent; symbolisieren die Herbergssuche von Josef und Maria. Vermummte ziehen lärmend von Haus zu Haus, klopfen an Fenster und Türen und sammeln Gaben. Heidnische Herkunft: Donnerstag ist der Tag des german. Gottes Donar. Durch Lärmumzüge sollten heidnische Winterunholde verjagt werden.
4.12. St. Barbara: Barbara von Nikodemien; Nothelferin; entspricht der (vor)keltischen Sonnengöttin Borbet Am Barbaratag schneidet man einen Zweig von einem Obstbaum oder einer Forsythie und stellt ihn in Wasser. Am Weihnachtstag soll er dann blühen. Je schöner der Zweig blüht, desto segensreicher soll das kommende Jahr werden.
Bärbeltreiben: Im Allgäu ziehen als alte Weiber verkleidete Frauen mit Weidenruten durch die Straßen und verteilen Rutenhiebe. Kinder bekommen Äpfel und Nüsse.
Barbaraparade: in Bergbauorten bergmännischer Umzug (Barbara ist Patronin der Bergleute)
6.12. St. Nikolaus: Nikolaus von Myra; Nikolaus als Wohltäter der Kinder; er beschenkt und lobt die braven Kinder und tadelt die bösen. Hat oft als Begleiter den finsteren Knecht Ruprecht/Krampus mit der Rute dabei.
Nikolausstiefel: Legende von den 3 Jungfrauen, die nachts vom heiligen Nikolaus beschenkt wurden
13.12. St. Luzia: am Luziatag werden Kirschzweige abgeschnitten und in eine Vase gestellt; blühen sie nach vier Wochen auf, soll einem das Glück im kommenden Jahr hold sein.
21./22.12. Wintersonnenwende: Wiedergeburt des Lichtes
Früher wurden Strohrad und kleine Schiffchen gebastelt und Kerzen draufgesteckt. In der Nacht rollte man das brennende Strohrad den Berg hinunter – das Licht hatte gesiegt. Die Kerzenschiffchen wurden in Bächen ausgesetzt als Gruß an alle Lebewesen.
Am Abend des 21.12. (Thomasnacht) wird das erste mal Haus/Wohnung/Stall mit Weihrauch geräuchert.
24.12.-5.1. Rauhnächte: der Name kommt vom Räuchern und von „Rauh“, den wilden Dämonen, die in diesen Nächten ihr Unwesen treiben; Zeit der „Wilden Jagd“ Ursprung liegt in der german. Zeitrechnung: es bleibt eine Differenz von 11 Tagen und 12 Nächten = 12 Rauhnächte Wotan bricht mit den Toten zur wilden Jagd auf. Das Geisterreich steht offen, die Seelen der Verstorbenen und Geister haben Ausgang; Dämonen ziehen mit ihnen mit.
Tiere im Stall sprechen um Mitternacht in menschlicher Sprache und sagen die Zukunft voraus. Wer die Tiere sprechen hört, stirbt anschließend.
In der Zeit der Rauhnächte darf keine Wäsche auf der Leine hängen, sonst kommt der Tod hinein. Rauhnächte eignen sich gut für Orakel (Losnächte). Jede Rauhnacht steht für einen Monat im kommenden Jahr: 1. = Januar, 2. = Februar usw.
Zeit der Perchtenläufe: Percht/Pertha/Precht/Berta = Wintergöttin, verwandt mit Frau Holle/Holda/Holte/Huldre/Hel. Mit Tierfellen und Masken verkleidete Männer laufen durchs Dorf und machen mit Glocken u.ä. viel Lärm; damit sollen die bösen Geister und Dämonen vertrieben werden.
24.-26.12. Weihnachten: Am Heiligabend wird zum 2. mal geräuchert.
Tannenbaum: Tanne wurde mit Sternen aus dem Stroh der letzten Ernte geschmückt als Bitte um eine gute Ernte im nächsten Jahr. Immergrüne Pflanzen (Nadelbäume, Mistel, Stechpalme) gelten als Zeichen der Unsterblichkeit der Natur.
Die alten Germanen kannten die Wotan geweihte Fichte, die zur Wintersonnenwende verehrt wurde.
Weitere Deutung: die Tanne als Weltenbaum der Schamanen.
Die alten Römer feierten am 25.1.2 das Fest „Sol invictus“ (unbesiegte Sonne) zu Ehren des Sonnengottes.
31.12. Silvester: Neubeginn; ein neuer Lichtzyklus beginnt; gute Vorsätze werden gefasst. Wichtige Losnacht mit Bleigießen.
Der Lärm an Silvester soll böse Geister vertreiben.
Am Silvesterabend wird zum 3. mal das Haus geräuchert
1. Neujahr: Das neue Jahr wird mit Neujahrsschießen (Lärm vertreibt böse Geister) und Neujahrssingen begrüßt.
6.1. Heilig Dreikönig: am Abend vor Heilig Dreikönig wird das Haus zum 4. mal geräuchert. Mit weißer Kreide wird C+M+B an die Haustüre geschrieben = Catharina, Margarete und Barbara, die 3 Frauen unter den 14 Nothelfern; entsprechen den (vor)keltischen Göttinnen Ambet, Wilbet, Borbet Umzüge der Sternsinger sind Reste mittelalterlicher Dreikönigsspiele, die in Kirchen und Klöstern aufgeführt wurden.
20.1. St. Fabian und St. Sebastian: Pestheilige“An Fabian und Sebastian muss der Saft in die Bäume gahn.”: Säfte beginnen in die Bäume zu steigen; nach diesem Tag darf kein Baum mehr gefällt werden.
21.1. St. Agnes: die Bienen verlassen das erste mal ihre Stöcke; die ersten Lerchen singen.Kindern wurden Agnes-Wachsscheiben als Amulette gegen den bösen Blick umgehängt.
25.1. Pauli Bekehrung: „Pauli Bekehr, der halbe Winter hin, der halbe her.“ Die Mitte des Winters ist erreicht; Lostag für die kommende Witterung.
Die verworfenen Tage:
Unter verworfenen Tagen, auch Schwendtage genannt, verstand man Tage, an denen man nichts Neues beginnen durfte, weder eine neue Arbeit noch Reisen. Als "dies atri" waren die verworfenen Tage schon den Römern bekannt. Es sind im: Januar: 2., 3., 4., 18.